Smarte skalierung
ohne vertrauensverlust

Avatare – Hype oder Gamechanger?

Avatare sind längst mehr als ein technisches Gimmick. Unternehmen können heute digitale Abbilder von Menschen erstellen, die sprechen, sich bewegen und Inhalte scheinbar persönlich vermitteln. Möglich ist das mit vorgefertigten Figuren, aber auch mit einem eigenen digitalen Klon, der per Smartphone oder im Studio angelegt wird. Aus einem eingegebenen Text entsteht so ein Video, in dem ein künstliches Gegenüber die Botschaft übernimmt.

Die entscheidende Frage ist dabei jedoch nicht, ob diese Technologie beeindruckend ist und wo sie Kosten senkt. Die entscheidende Frage ist, wie sie auf die Zielgruppe wirkt.

Denn Avatare verändern nicht nur die Art, wie Inhalte produziert werden. Sie verändern auch die Beziehung zwischen Marke und Publikum. Wer einen Avatar einsetzt, entscheidet sich bewusst dafür, Kommunikation nicht von einem echten Menschen, sondern von einer künstlich erzeugten Figur tragen zu lassen. Genau darin liegt ihr Potenzial und ihr Risiko. Aktuelle Studien zeigen, dass 46 Prozent der Konsumenten einer Marke sofort weniger vertrauen, wenn künstliche Gesichter statt echter Menschen eingesetzt werden (Lippincott-Studie). Getty Images bestätigt diesen Trend. Fast 90 Prozent der Verbraucher*innen fordern absolute Transparenz und lehnen generierte Personen in Werbekampagnen ab (Getty Images). Für den B2C-Bereich ist der Einsatz von Avataren deshalb in der Regel keine gute Wahl.

Sinnvoll sind Avatare vor allem dort, wo Inhalte standardisiert, skalierbar und klar vermittelt werden sollen. Etwa in Schulungen, Onboarding-Prozessen, interner Kommunikation oder wiederkehrenden Erklärformaten. In solchen Kontexten zählt vor allem, dass Informationen effizient, konsistent und in hoher Frequenz ausgespielt werden können. Der Avatar wird hier nicht als Persönlichkeit wahrgenommen, sondern als funktionales Kommunikationsmittel. Schwieriger wird es überall dort, wo Nähe, Glaubwürdigkeit und Vertrauen die eigentliche Botschaft tragen.

Dass es zu diesen Vorbehalten jedoch Ausnahmen gibt, zeigen sowohl andere kulturelle Kontexte als auch spezifische Produktionsansätze. Ein Blick auf Studien aus Japan zeigt, dass die dortige Bevölkerung KI-gesteuerten Avataren höheres Vertrauen entgegenbringt und diese als soziale Interaktionspartner akzeptiert (VIVE). Wie diese Technologie in der Praxis effizient eingesetzt wird, demonstriert die Agentur 27km. Das Unternehmen nutzt Bodyscans, um Personen digital zu reproduzieren. Die Erstellung eines solchen Avatars erfordert hohe Anfangsinvestitionen sowie sehr viel Aufwand. Dieses Investment kann sich jedoch rechnen bei bekannten Persönlichkeiten, bei denen andernfalls hohe Gagen für weitere Drehtage anfallen würden. Ein Beispiel hierfür ist die Digitalisierung von Thomas Müller (27km). Nach dem initialen Scan lässt sich die Figur für verschiedene Kampagnen einsetzen, ohne dass die Person physisch am Set anwesend sein muss. Dieser Ansatz verdeutlicht, wie virtuelle Repräsentationen Produktionsprozesse langfristig verschlanken.

Unser Fazit:

Deshalb ist der Einsatz von Avataren keine reine Produktionsentscheidung, sondern vor allem eine strategische Kommunikationsentscheidung. Nicht jede Botschaft braucht ein menschliches Gesicht. Aber überall dort, wo ein Gesicht Vertrauen schaffen soll, muss sehr genau geprüft werden, ob ein Avatar diese Rolle wirklich erfüllen kann.

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